Bedeutung eines properen Testaments für BRD-Bürger

Die Frage der Bestimmung des Erbstatuts bei Wohnsitz eines Deutschen in der Schweiz ist ein Standardfall angesichts der zahlreichen BRD-Staatsbürger, die in der Schweiz leben. Beim Tod eines Deutschen mit helvetischem Wohnsitz kommt aus der Sicht des schweizerischen internationalen Privatrechts (Art. 90 Abs. 1 IPRG) auf den gesamten (also auch auf den in Deutschland befindlichen, beweglichen wie unbeweglichen) Nachlass schweizerisches Erbrecht zur Anwendung. Nach deutschem Recht ist dagegen für deutsche Staatsbürger aufgrund der Normen des deutschen internationalen Privatrechts (Art. 25 Abs. 1 EGBGB) ausschliesslich deutsches Erbrecht anzuwenden. Obschon die beiden Erbrechte viele Gemeinsamkeiten kennen, kann diese unterschiedliche Anknüpfung zu unterschiedlichen Ergebnissen bzw. zu einem Entscheidungsdissens führen. Beispielsweise werden im schweizerischen Recht die Erb- und Pflichtteilsquoten anders berechnet (teils höhere Pflichtteilsquoten als in Deutschland). Das schweizerische Recht kennt im Übrigen nur das einseitige Testament und den Erbvertrag, während das gemeinschaftliche Testament nicht geregelt ist. In allen derartigen Kollisionsfällen ist bei der Abfassung von Testamenten das jeweilige unterschiedliche Rechtssystem in Deutschland und in der Schweiz zu berücksichtigen, d.h. ein Testament so zu formulieren, dass keine letztlich nicht lösbaren Nachlasskollisionen im Erbfall auftreten. Auch im Hinblick auf klare und eindeutige Formulierungen ist grosser Wert zu legen, damit nach dem Erbfall keine Auslegungsschwierigkeiten entstehen und ein Gericht das Testament nicht anders auslegt, als es die Intention des Erblassers war. In der Praxis sind indes immer häufiger Erben zermürbende Fallkonstellationen beobachten, so dass wir speziell bei komplexeren Sachverhalten zur zeitigen und individuellen Auseinandersetzung im Rahmen der Nachlassplanung raten. Hierzu stehen die deutschen Erbrechtsexperten von Emigration Now gerne unterstützend zur Seite.