Deutsches Erbschaftsgut

Über 200'000 Deutsche leben derzeit in der Schweiz, so dass grenzüberscheitende Erbgänge keine Seltenheit mehr sind. Betroffene Personen haben sich dabei mit erbrechtlichen und erbschaftssteuerlichen Elementen, bei Waren auch mit dem Zollrecht auseinander zu setzen.

Sog. Erbschaftsgut ist in der Schweiz prinzipiell abgabenbefreit, wenn es im Eigentum und Gebrauch eines Erblassers mit letztem Wohnsitz im Zollausland gestanden hat und die erbende oder bedachte Person zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers und der Einfuhr des Erbschaftsgutes ihren Wohnsitz im Zollgebiet (CH/FL) hat. Als Erbschaftsgut gelten Hausrat ohne Warenvorräte, persönliche Gegenstände, Gegenstände zur persönlichen Berufs- und Gewerbeausübung, Beförderungsmittel sowie Tiere. Das Erbschaftsgut ist grundsätzlich innerhalb eines Jahres nach dem Erbanfall einzuführen (bei begründeten Hindernissen auch später). Zollfrei ist auch das Erbschaftsgut, das der Erblasser während mindestens sechs Monaten benutzt hat und bei Lebzeiten einem Erben unter Anrechnung auf das Erbteil zuwendet.

Für Erbschaftsgut, dessen Wert 100'000 CHF übersteigt, muss vor der Einfuhr bei der zuständigen Zollkreisdirektion ein Gesuch um Zollbefreiung unter Vorlegung des Formulars "Erklärung/Veranlagungsantrag für Erbschaftsgut" (beim Zoll oder bei uns erhältlich) eingereicht werden. Für Sendungen bis 100'000 CHF kann die Abgabenbefreiung anlässlich der Einfuhr direkt bei der Zollstelle mit demselben Formular beantragt werden.

In beiden Fällen sind zusätzlich vorzulegen: Das Verzeichnis der Waren, versehen mit einer amtlichen oder notariellen Bescheinigung, dass die Gegenstände kraft gesetzlicher Erbfolge, Erbeinsetzung oder Vermächtnisses aus der Hinterlassenschaft des Erblassers zugekommen sind; Der Todesschein oder eine entsprechende Urkunde; Eine Bescheinigung über den letzten Wohnsitz des Erblassers; Eventuelle Ausländerbewilligungen des Erben oder Vermächtnisnehmers. Bei Gegenständen, die der Erblasser bei Lebzeiten einem Erben unter Anrechnung auf sein Erbe zuwendet, tritt an Stelle der amtlichen oder notariellen Bescheinigung eine Erklärung des Erblassers.