Strafregisterauszüge

Schweizer Strafregisterauszüge können künftig direkt am Postschalter bestellt werden. Bislang mussten die postalische Bestellung der Anträge und die Bezahlung der Gebühr von 20 Franken separat erfolgen (in einem Akt ist der Vorgang indes bei Kreditkartenbezahlung über www.strafregister.admin.ch möglich).

 

Strafregisterauszüge werden heute in der Schweiz immer häufiger nachgefragt. Noch vor wenigen Jahren waren sie allenfalls für Adoptions-, Patent-, Visa- und Nationalitätsgesuche notwendig. Heute verlangen etwa Arbeitgeber und Vermieter Führungszeugnisse mit zunehmender Regelmässigkeit. Entsprechend stieg die Anzahl der Gesuche von knapp 100'000 vor zehn Jahren auf  voraussichtlich über 325'000 in diesem Jahr.

 

Auf einem Strafregisterauszug werden Urteile wegen Verbrechen und Vergehen aufgeführt. Urteile wegen Übertretungen erscheinen nur auf dem Auszug, wenn ein Berufsverbot verhängt wurde. Strafregistereinträge bleiben nicht unbefristet registriert. Für Personen, die zu einer einzigen Strafe verurteilt worden sind, gilt: Freiheitsstrafen unter einem Jahr, werden 10 Jahre ab Rechtskraft aus dem Strafregister entfernt. Für Strafen von 1-5 Jahren beträgt die Frist 15 Jahre, für Strafen von 5 und mehr Jahren 20 Jahre. Ist eine Person zu mehreren Strafen verurteilt worden, dann können sich diese Fristen verlängern. Entfernte Strafen sind endgültig gelöscht und für niemanden mehr sichtbar.

 

Eine Zusatzerwähnung verdient die Gegebenheit, dass - trotz der erwähnten Popularität der "Leumundszeugnisse" - EU-Bürger, die eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung beantragen, seit 2002 in der Regel keine Strafregisterauszüge bzw. Führungszeugnisse oder -bescheinigungen vorweisen müssen.    

 

 


Zurück